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Fachdiskussion Erziehungsberatungsstellen
Fachdiskussion Erziehungsberatungsstellen

Fachdiskussion über "Chancen und Grenzen einer erweiterten Profilbreite von Beratungsstellen"

Am 6. Juli 2012 haben sich Fachkräfte der 10 Dresdner Erziehungsberatungsstellen (EBS), Vertreterinnen und Vertreter der Träger der freien Jugendhilfe und der Verwaltung des Jugendamtes in einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch über Chancen und Grenzen einer erweiterten Profilbreite von Beratungsstellen verständigt. Als kompetenter Gesprächsgast konnte Herr Menne von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e. V. (bke) begrüßt werden, der diesem Fachverband für Erziehungs-, Familien- und Jugendberatung als Geschäftsführer vorsteht. Herr Kaniewski vertrat in der Diskussion die SPD-Fraktion, die den Antrag auf diese öffentliche Diskussion im Jugendhilfeausschuss eingebracht hatte.

Der Leiter der Verwaltung des Jugendamtes, Herr Lippmann, reflektierte zu Beginn der Veranstaltung den bisherigen Diskussionsprozess der vergangenen Monate. Über die Vorgaben des Gesetzgebers und die im Memorandum der bke formulierten Empfehlungen referierte Frau Keil de Ballon, Dipl.-Psychologin in der BiP-Beratungsstelle Pieschen, die sich auch als Mitglied des Landesverbandes in der bke engagiert. Frau Schrader, Dipl.-Psychologin in der Erziehungsberatungsstelle West des Jugendamtes, zeigte in ihrem Vortrag Möglichkeiten und Grenzen von offenen Angeboten in den Beratungsstellen auf. Der Begriff „offenes Angebot“ wurde dabei als Offenheit gegenüber der gesamten Bandbreite von Anliegen der Beratung für Kinder, Jugendliche und Familien definiert. Herr Preuß, Dipl.-Psychologe in der Erziehungsberatungsstelle des VSP e. V., verdeutlichte, dass sein Vortragsthema "Möglichkeiten und Grenzen von Spezialisierung“ keinesfalls im Widerspruch zu dem vorangegangenen Thema steht.

In der sehr konstruktiv geführten Diskussion wurde deutlich, dass es nur einen gemeinsamen „Dresdner Weg“ geben kann. Frau Hippius-Schultheß, Dipl.-Psychologin in der EBS West, versuchte in ihrem Vortrag "Sind Erziehungsberatung und Spezialisierung miteinander vereinbar?" bereits erste Ergebnisse der Diskussion aufzugreifen und konkrete Handlungserfordernisse abzuleiten. Dabei wurde herausgearbeitet, dass sich der Begriff der Spezialisierung in diesem Kontext auf die fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen der Fachkräfte in den EBS bezieht, nicht auf die Spezialisierung hinsichtlich der Zielgruppen. Herr  Menne machte aus Sicht der bke deutlich, dass sich die Landeshauptstadt Dresden bereits auf einem sehr guten fachlichen Weg befindet, da hier zeitnah die neuesten, auch in dem Memorandum der bke formulierten, Erkenntnisse aufgegriffen und diskutiert werden. Als sehr positiv wurde auch bewertet, dass es bereits 2010 einen gemeinsamen Bericht "Erziehungsberatung in Dresden – Analyse und Ausblick“ der Beratungsstellen in kommunaler und freier Trägerschaft gab.

In der abschließenden Diskussion konnte man sich auf einige konkrete Punkte einigen: Initiierung eines gemeinsamen Gremiums für den fachlichen Austausch zwischen Beratungsstellen in kommunaler und freier Trägerschaft mit folgender Zielstellung:

  • stärkere Vernetzung aller 10 Beratungsstellen
  • fachlicher Austausch (z. B. Themen wie Frühe Hilfen, Umsetzung Kinderschutz § 8a SGB VIII, fachliche Konzepte wie Arbeit mit Hochstrittigkeit etc.)
  • Erstellen von Leitlinien
  • Sicherstellen von Qualitätsstandards (Qualitätssiegel der bke)
  • einmal jährlich gibt es einen planungsbezogenen Austausch
  • spezifische Kompetenzen und fachliche Ausbildungen können im Sinne von kollegialer Fallberatung innerhalb der Beratungsstellen genutzt werden
  • Erarbeitung gemeinsamer Daten für den Jahresbericht
  • einheitliche Beschilderung: „Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien“
  • alle Beratungsstellen arbeiten nach einer gemeinsamen Auftragsgrundlage.

Herr Lippmann zeigte sich mit den Ergebnissen des Fachaustauschs sehr zufrieden und nahm den Auftrag an die Verwaltung des Jugendamtes gern an, zeitnah ein gemeinsames Gremium des Fachaustausches und der Vernetzung zu initiieren, um die Diskussion und fachliche Weiterentwicklung auf dieser Basis weiter zu befördern.

Nachfolgend finden Sie die Dokumentation der Fachdiskussion vom 6. Juli 2012

 

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Redaktion: M. M (JIS)/ Quelle: LH DD, Jugendamt/ Stand: 14.07.2015

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