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Allgemeine Grundlagen der Arbeit der Sozialen Jugenddienste
Allgemeine Grundlagen der Arbeit der Sozialen Jugenddienste

Grundlagen der Arbeit des Allgemeinen Sozialen Dienstes

Der Allgemeine Soziale Dienst - ASD des Jugendamtes ist ein Fachdienst, der Menschen in verschiedenen Problem- und Notlagen behilflich ist, ihre jeweils eigenen Lösungswege zu entwickeln und Selbsthilfe zu mobilisieren. Aber auch die Vermittlung und Begleitung weiterreichender Hilfen wird durch den ASD geleistet. Der ASD ist eine Anlauf- und Vermittlungsstelle für Menschen, die Beratung zu persönlichen, familiären und sozialen Problemen suchen, die im Zusammenhang mit Kindern und/oder Jugendlichen stehen.

Angebote und Aufgaben des ASD:

  • Trennungs- und Scheidungsberatung (§17 SGB VIII): Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD stehen Hilfesuchenden zur Verfügung, um gemeinsam Lösungen bei Partner- und Familienkonflikten zu finden.
  • Allgemeine Beratung in Erziehungsfragen (§16 SGB VIII): Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD stehen insbesondere Kindern, Jugendlichen und Eltern beratend zur Seite, wenn mal "nicht alles so glatt läuft".(z.B. Pubertät und Ablösungsprozessen vom Elternhaus, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen bei Kindern, Ausreissern von Gewalt und sexuellem Mißbrauch betroffenen Kindern, straffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen, Kindern, Jugendliche und Eltern in aktuellen Notsituationen, Kinder und Jugendlichen in Schwierigkeiten mit den Eltern).
  • Eingliederungshilfe für seelisch beinderte und für von seelischer Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche (§ 35a SGB VIII).
  • In den Fällen, bei denen eine Störung mit Krankheitswert bei Kindern oder Jugendlichen besteht, prüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD auf Antrag, ob eine seelische Behinderung besteht oder droht. Bei positivem Ergebnis können entsprechende Hilfen beim Jugendamt als Reha-Träger beantragt werden.
  • Inobhutnahme von Kindern oder Jugendlichen (§ 42 SGB VIII)
  • Kinder und Jugendliche, die in einer extrem problembelasteten Situation leben, werden in eine sichere Unterkunft vermittelt (Inobhutnahme). Das Jugendamt ist dazu verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn es durch diese darum gebeten wird (§ 42 Abs.2 SGB VIII).
  • Ebenfalls tätig werden muß das Jugendamt bei Gefährdungen des Kindeswohls gem. §§1666,1666a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). In diesen Fällen kann das Jugendamt -hier der ASD- das Kind oder den Jugendlichen gegen den Willen der Personensorgeberechtigten anderweitig unterbringen (Herausnahme).

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen sich jedes Einzelfalles persönlich an. In gemeinsamen Gesprächen vermitteln sie zwischen verschiedenen Parteien und helfen, eine tragbare Lösung zu finden.Der ASD unterstützt das Familiengericht bei Fragen zum Sorge-, Umgangs- und Aufenthaltsbestimmungsrecht. Vor einer gerichtlichen Entscheidung nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD Kontakt zu den Familien auf. Hier können im Vorfeld einvernehmliche Vereinbarungen entwickelt werden.

In Familienrechtssachen, bei denen Minderjährige betroffen sind, ist der ASD gem. dem Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit  im § 162 FamFG "Mitwirkung des Jugendamtes" verfahrensbeteiligt. Nach Aufforderung durch das Gericht wird eine Stellungnahme zur Situation des Kindes abgegeben, die sich auf die durch die Eltern vorgeschlagenen Lösungen bezieht, aber auch eigene Vorschläge beinhalten kann.

Weiterhin berät und unterstützt der ASD die Menschen und beteiligte Behörden bei:

  • Kindeswohlgefährdungen
  • Betreuung von Kindern in Notsituationen
  • Konfliktlagen von Schwangeren und Müttern
  • Wohnungszuweisungsverfahren
  • Privatinsolvenzen
  • Namensänderungen
  • Einrichtung von Vormundschaften für Minderjährige

Manchmal reicht reine Beratung nicht aus. In diesen Fällen ist es Personensorgeberechtigten möglich, einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung (§§ 27ff., 36 SGB VIII) beim ASD zu stellen. Gemeinsam wird dann ein Hilfekonzept entwickelt, Ziele festgelegt und beraten, welche Hilfen auf dem Weg dorthin notwendig sind. In Betracht kommen hier z.B. der Einsatz der Sozialpädagogischen Familienhilfe, der Einsatz der Ambulanten Dienste, Individualpädagogische Maßnahmen, u.a. Einzelbetreuungen oder besondere Betreuungsangebote - auch außerhalb des Elternhauses - wie Tagespflege, Betreutes Wohnen, Jugendwohnheime u.v.m.

Weitere Informationen zur Geschichte des ASD finden Sie hier...  .

 

Red.: M. M. (JIS)/ Quelle: S. G. (LH DD, GB 5, Jugendamt, ASD)/ Stand: 26.07.2016